Ablauf einer Erste Hilfe Ausbildung

Veröffentlicht am 6. Juli 2026 um 14:27

Viele, die sich für einen Erste-Hilfe-Kurs anmelden, tun das mit einer diffusen Unsicherheit: Wie lange dauert das, was wird von mir erwartet, muss ich mich blamieren, wenn ich vor der Gruppe an einer Puppe übe? Diese Unsicherheit ist einer der häufigsten Gründe, warum Buchungen zögerlich erfolgen. Deshalb hier ein transparenter Blick auf den tatsächlichen Ablauf.

Die gesetzliche Struktur im Hintergrund

Ein betrieblicher Erste-Hilfe-Lehrgang umfasst nach den Vorgaben der DGUV neun Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten, üblicherweise an einem Tag durchgeführt, mit regelmäßigen Pausen. Für Fortbildungen gilt derselbe zeitliche Rahmen. Diese Struktur ist bundesweit einheitlich, weil sie über die Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe der Berufsgenossenschaften vorgegeben wird, unabhängig davon, bei welcher ermächtigten Ausbildungsstelle der Kurs gebucht wird.

Der Ablauf eines typischen Kurstages

Ankunft und Einstieg. Der Kurs beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde und einer Einordnung, warum Erste Hilfe relevant ist, oft anhand eines kurzen, alltagsnahen Beispiels statt trockener Theorie. Ziel ist es, von Anfang an die Hemmschwelle zu senken und klarzumachen, dass niemand hier perfekt sein muss.

Theorieblöcke in kleinen Portionen. Reine Frontalvorträge über mehrere Stunden hinweg funktionieren erfahrungsgemäß schlecht. Ein guter Kurs wechselt zwischen kurzen theoretischen Einheiten, etwa zum grundsätzlichen Vorgehen am Unfallort oder zur Absicherung der Einsatzstelle, und praktischen Übungssequenzen. Wir setzen auf einen aktiven Dialog mit den Teilnehmenden.

Praktische Übungen: Wiederbelebung und Beatmung. Der praktische Kern jedes Kurses ist die Übung an einem Reanimationsphantom, verpflichtender Bestandteil jeder Erste-Hilfe-Ausbildung. Für jede Übungseinheit stehen mindestens zwei Übungsgeräte pro Lehrgang zur Verfügung, damit niemand lange warten muss und die hygienischen Vorgaben eingehalten werden können. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer übt die Herzdruckmassage und Beatmung selbst, mit direktem Feedback der Lehrkraft.

Praktische Übungen: Wundversorgung und Seitenlage. Es folgen weitere praktische Blöcke, in denen Teilnehmende paarweise Verbände anlegen, mit Material aus dem betrieblichen Verbandkasten und die Seitenlage üben.

Abschluss und Bescheinigung. Am Ende des Kurstages erhält jede teilnehmende Person eine Teilnahmebescheinigung. Es gibt keine Prüfung im klassischen Sinne, die Kurse sind auf aktive Teilnahme, nicht auf Notengebung ausgelegt.

Was von Teilnehmenden tatsächlich erwartet wird

Keine Vorkenntnisse, keine besondere körperliche Fitness, keine Angst vor Fehlern. Der Kurs ist bewusst niedrigschwellig aufgebaut, weil das erklärte Ziel ist, möglichst viele Menschen zu befähigen, im Ernstfall zu handeln, nicht eine kleine Gruppe zu Expertinnen und Experten auszubilden. Fragen sind ausdrücklich erwünscht, und die praktischen Übungen finden in einer geschützten, nicht bewertenden Atmosphäre statt.

Fazit

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist kein Prüfungstermin, sondern ein praxisnaher, klar strukturierter Tag mit festen gesetzlichen Rahmenbedingungen, ausreichend Übungsmaterial und einer bewusst niedrigen Einstiegshürde. Wer sich vor der Anmeldung unsicher fühlt, kann diese Unsicherheit getrost ablegen, genau darauf ist der Kurs ausgelegt.

Quellen: - DGUV Grundsatz 304-001, “Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe”

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